Rückblick auf eine lange Tradition

Der "Verein der Freunde und ehemaligen Schüler des Hollenberg-Gymnasiums zu Waldbröl e.V." wurde am 3. Juni 1950 gegründet und setzte sich zum Ziel, "die Förderung aller Belange des Hollenberg-Gymnasiums und die Aufrechterhaltung der Beziehungen der ehemaligen Schüler untereinander" zu verwirklichen.

Bis zum Ende des Krieges war die Hollenbergschule eine Anstalt, die nur bis zur Klasse 10 (mittlere Reife) führte und wer danach noch das Abitur machen wollte, musste dann anderswo seine Schullaufbahn fortsetzen, z.B. in Siegburg oder Gummersbach. Nach Kriegsende gab es viele junge Männer, die ihre Oberstufenzeit wegen der Einberufung zum Militär abbrechen mussten und die gerne ihr Abitur nachholen wollten.

Da die Hollenbergschule trotz der Kriegsschäden einerseits und der noch nicht wieder vollständig funktionierenden Zivilverwaltung anderereits -hier musste in allem der von den Siegermächten eingesetzte Militär-Gouverneur Oberst Taylor seine Zustimmung geben- verhältnismässig schnell den Unterricht wieder ausfnehmen konnte (5.12.1945), wurden außer den für die Klassen 5 bis 10 angemeldeten Schüler/innen auch "abgebrochene" Schüler für die Klassen 11 und 12 aufgenommen, die jetzt ihr Abitur nachholen wollten.

Ostern 1946 teilte Konrektor Branscheid mit, dass eine Obersekunda (Klasse 11) eingerichtet sei und eine Hälfte der Schüler als Sonderlehrgang zum Abitur geführt würde, während die andere Hälfte dann (nach Ostern) die erste Unterprima der Schule war, die 1948 das erste Abitur am Waldbröler Hollenberg-Gymnasium ablegte. Am Ende waren es 37 Schüler, die ihr Reifezeugnis in Händen halten konnten.

Mittlerweile war den deutschen Verwaltungen auf der Ebene von Kommunen und Ländern wieder mehr Zuständigkeit gegeben worden und für viele damals in der Schulpolitik Tätigen war die Hollenbergschule zu "aufgebläht". Die Weiterexistenz der Schule mit einer zum Abitur führenden Oberstufe stand 1950 auf der Kippe.

Um das zu verstehen, muss man bedenken, dass damals eine Schule (Gebäude und deren Unterhaltung sowie die Besoldung der Lehrkräfte) weitgehend von der Kommune getragen werden musste. Die Gemeinde Waldbröl aber war ziemlich arm - fast keine Industrie und viele Kriegsschäden, die ausgebessert werden mussten- und die Nachbargemeinden (aus denen mehr als die Hälfte der Schüler kamen) waren ebenfalls in nicht viel besserer finanzieller Lage. Deren Gemeindevertreter konnten und wollten sich nicht an den Kosten beteiligen. Schulgeld, Spenden und eine Erhöhung der Landeszuschüsse halfen ein wenig, aber es kam nicht genug Geld zusammen.

In dieser Situation versuchten viele Personen die Existenz der Schule als Vollanstalt zu retten und dazu gehörte dann auch die Gründung des "Vereins der Freunde und ehemaligen Schüler des Hollenberg-Gymnasiums zu Waldbröl e.V." durch die Abiturienten des Jahrgangs 1949/1950.

In den folgenden Jahren blieb die Existenz der Schule zunächst weiterhin in der Schwebe, aber die große Zahl an Schülern (zwischen 600 und 700) und die immer stärker werdende Beteiligung des Landes an der Finanzierung halfen, den dauernden Bestand der Schule zu gewährleisten.

Wir heute, genau wie die Gründer von damals, sind noch immer denselben Zielen verpflichtet mit allerdings unterschiedlicher Gewichtung; in erster Linie die "Förderung aller Belange des Hollenberg-Gymnasiums" und erst danach die "Aufrechterhaltung der Beziehungen der ehemaligen Hollenbergschüler untereinander". Die Förderung der jetzigen Schüler des Gymnasiums nimmt heute den größeren Raum unserer Aktivitäten ein. Um diesem neuen Selbstverständnis Rechnung zu tragen in der Mitgliederversammlung vom 19.11.2013 die Namensänderung in "Verein der Freunde und Förderer des Hollenberg-Gymnasiums Waldbröl e.V." beschlossen.

Erhard Müller (1. Vorsitzender 2013 - 2016)