Hausaufgabenkonzept

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Inhaltsübersicht

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Funktion und Bedeutung von Hausaufgaben

Lernen ist ein kontinuierlicher Prozess, der nicht auf den Unterricht beschränkt ist. Den Hausaufgaben kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, denn sie ermöglichen den Schülern ein Arbeiten in individuellem Tempo und eröffnen damit v.a. langsameren und/oder zurückhaltenden Schülern eine Möglichkeit, ihr Potenzial zu entfalten. Hausaufgaben besitzen folgende Funktionen:

  • Einprägung/Anwendung im Unterricht erarbeiteter Inhalte und Methoden
  • Vorbereitung neuer Themen/Aufgaben, die im Unterricht zu lösen sind
  • selbstständige Auseinandersetzung mit einer begrenzten neuen Aufgabe mit dem übergreifenden Ziel, Schüler dazu zu befähigen, Lernvorgänge selbst zu organisieren sowie Arbeitstechniken und Arbeitsmittel selbst zu wählen und einzusetzen.

Hausaufgaben sind somit kein Selbstzweck, sondern eine Form des Lernens, die den Unterricht in sinnvoller Weise ergänzt. Häufig nicht erledigte Hausaufgaben mindern den Lernerfolg und können sich negativ auf die Zeugnisnote auswirken.

 

Erteilung, Umfang und Arten von Hausaufgaben

Hausaufgaben sollten so bemessen sein, dass sie bewältigbar sind und den Schülern genügend Zeit für Freizeitaktivitäten bleibt. Entsprechend den Bestimmungen des Runderlasses vom 05.05.2015 (Únterpunkt 4) verfährt das HGW daher nach folgenden Grundsätzen:

  • Sonn-, Feier- und Ferientage werden von Hausaufgaben freigehalten.
  • Von Freitag zu Montag werden nur dann Hausaufgaben gegeben, wenn am Freitag kein Nachmittagsunterricht stattfindet.
  • An Tagen mit Nachmittagsunterricht (dazu zählen auch Tage, an denen die siebte Stunde direkt im Anschluss an die sechste Stunde erteilt wird), werden keine Hausaufgaben für den Unterricht des direkt folgenden Tages gestellt.
  • Hausaufgaben werden so bemessen, dass sie - bezogen auf den einzelnen Schultag - in folgenden Arbeitszeiten erledigt werden können:

- für die Jgst. 5-7 in 60 Minuten (d.h. pro erteilter Unterrichtsstunde max. 10 min an Hausaufgaben)
- für die Jgst. 8-9 in 75 Minuten (d.h. pro erteilter Unterrichtsstunde max. 12 min an Hausaufgaben)

Hausaufgaben müssen nicht zwangsläufig zur nächsten Stunde aufgegeben werden, sie können auch über einen längeren Zeitraum oder in Form eines Wochenplans erteilt werden.
Es gibt schriftliche und nicht-schriftliche Hausaufgaben. Zu den nicht-schriftlichen Hausaufgaben gehört auch die als selbstverständlich anzusehende Wiederholung des Inhaltes (einschließlich der neuen Fachbegriffe und Vokabeln) der letzten Unterrichtsstunde.

 

Erwartungen an die am schulischen Geschehen Beteiligten

Hausaufgaben können nur dann ihre Funktion erfüllen, wenn Lehrer, Schüler und Eltern zusammenarbeiten. Dies setzt voraus, dass sich alle Beteiligten an gewisse Grundsätze halten, die im Folgenden kurz dargelegt seien:

 

Lehrerinnen und Lehrer ...

  • stellen nur solche Aufgaben, die in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Unterricht stehen und eine klar erkennbare inhaltliche oder methodische Funktion erfüllen.
  • bemühen sich um eine abwechslungsreiche, Herausforderungen bietende Aufgabenstellung.
  • bemessen und gestalten die Hausaufgaben so, dass sie für durchschnittliche Schüler ohne fremde Hilfe im Rahmen der o.g. Zeiten zu bewältigen sind.
  • notieren in der Erprobungsstufe die Hausaufgaben rechtzeitig vor dem Klingelzeichen an der Tafel, so dass die Schüler diese übernehmen und Rückfragen stellen können.
  • tragen die Hausaufgaben an dem Tag ins Klassenbuch ein, zu dem sie zu erledigen sind. Wenn keine Aufgaben aufgegeben wurden, wird dies mit einem Strich kenntlich gemacht.
  • überprüfen regelmäßig die Erledigung der Hausaufgaben und integrieren deren Besprechung in sinnvoller und abwechslungsreicher Art und Weise in den Unterricht.
  • informieren die Eltern bei wiederholter Nichtanfertigung der Hausaufgaben (Richtwert: ab dritter nicht erledigter Hausaufgabe innerhalb eines Schulhalbjahres) und nehmen Kontakt mit dem Klassenlehrer auf; beides mit dem Ziel, eine Verhaltensänderung herbeizuführen.
  • reagieren auf Täuschungsversuche bezüglich der Erledigung der Hausaufgaben mit Erziehungsmaßnahmen und sammeln Hefte/Mappen von Schülern, die vor oder während des Unterrichts versuchen, von Mitschülern die Hausaufgaben abzuschreiben, ein.
  • holen - sofern sie Klassenlehrer sind - in regelmäßigen Abständen Rückmeldungen bezüglich der Belastung durch Hausaufgaben ein und sprechen in der Klasse unterrichtende Kolleginnen und Kollegen ggf. auf eine zu hohe oder zu unregelmäßige Belastung an.

 

Schülerinnen und Schüler ...

  • wiederholen zu Hause die Inhalte der letzten Unterrichtsstunde.
  • notieren sich die Hausaufgaben und fragen nach, wenn sie eine Aufgabenstellung nicht verstehen.
  • erledigen die schriftlichen Hausaufgaben vollständig und mit angemessener Sorgfalt spätestens am Abend des Vortags.
  • informieren bei Nichterledigung der Hausaufgaben unaufgefordert zu Beginn der Stunde den Fachlehrer. Auch ein(e) zu Hause liegen gelassene(s) Mappe/Heft gilt als nicht erledigte Hausaufgabe. Sollte die Erledigung der Aufgaben aus nachvollziehbaren Gründen nicht möglich gewesen sein, muss dies von den Eltern schriftlich bestätigt werden.
  • holen nicht erledigte Hausaufgaben nach und legen diese unaufgefordert in der nächsten Unterrichtsstunde vor.
  • weisen, sofern sie eine Aufgabe nicht lösen konnten, durch schriftlich fixierte Lösungsansätze oder konkrete Fragen nach, dass sie versucht haben, die Aufgabe zu lösen
  • suchen sich in der Klasse bzw. im Kurs einen Hausaufgabenpartner, der im Krankheitsfall verbindlich dafür zuständig ist, ausgeteilte Arbeitsblätter weiterzuleiten und über Unterrichtsinhalte sowie erteilte Hausaufgaben zu informieren.
  • erkundigen sich im Falle versäumter Unterrichtsstunden bei ihrem Hausaufgabenpartner oder beim Fachlehrer nach den erteilten Hausaufgaben (oder entnehmen diese Informationen dem Klassenbuch) und holen diese zeitnah nach.

 

Eltern ...

  • unterstützen ihr Kind während des fünften Schuljahres darin, sich selbst zu organisieren. Dazu gehören im Zusammenhang mit Hausaufgaben: das Packen der Schultasche für den Folgetag, das Führen eines Hausaufgabenheftes und die zeitliche Einteilung der Hausaufgabenerledigung.
  • sorgen zu Hause für eine Lernumgebung, die eine konzentrierte und erfolgreiche Erledigung der Hausaufgaben ermöglicht. Dazu gehört v.a. ein ruhiger, hinreichend großer und gut beleuchteter Arbeitsplatz, von dem aus die benötigten Hilfsmittel direkt zu erreichen sind.
  • achten darauf, dass die Hausaufgaben zu einem Zeitpunkt erledigt werden, der konzentriertes Arbeiten ermöglicht, also am besten nach einer kurzen Mittagspause und vor sämtlichen Freizeitaktivitäten.
  • stellen sicher, dass Sonn- und Feiertage von Hausaufgaben frei gehalten werden, denn auch Kinder und Jugendliche benötigen freie Tage zur Erholung.
  • lassen ihr Kind die Aufgaben selbstständig erledigen und greifen nur dann unterstützend ein, wenn ihr Kind ausdrücklich darum bittet. Das heißt aber keinesfalls, dass Eltern anstelle des Kindes die Aufgabe erledigen. Stattdessen sollten Eltern ihrem Kind Hilfen anbieten, die es ihm ermöglichen, die Aufgabe selbst zu lösen.
  • zeigen Interesse für die Leistungsentwicklung und die schulischen Aktivitäten ihres Kindes.
  • überprüfen in regelmäßigen Abständen, ob die Hausaufgaben nicht nur vollständig, sondern auch mit der angemessenen Sorgfalt (Umfang, Sauberkeit, Lesbarkeit) erledigt werden.
  • nehmen Kontakt mit dem Fach- oder Klassenlehrer auf, wenn sie den Eindruck gewinnen, dass ihr Kind mit dem Anspruchsniveau und/oder dem zeitlichen Umfang der Hausaufgaben dauerhaft überfordert ist.
  • unterstützen die Lehrkräfte im Falle einer Mitteilung über mehrfach nicht erledigte Hausaufgaben, indem sie mit ihrem Kind ein Gespräch über die Folgen häufiger Nichterledigung von Hausaufgaben führen und ggf. zu weitergehenden Erziehungsmaßnahmen greifen.