13.06.2018 16:51

HGW-Schülerin zu Gast bei Alexander Gerst

Kategorie: Aktuelles

Am 13. Februar 2018 wurde der deutsche Astronaut Alexander Gerst im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt („DLR“) in Bonn zur Raumfahrtmission „horizons“ von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des DLR verabschiedet. Hierbei durfte ich als Schülerin des Astronomiekurses aufgrund einer Einladung durch Herrn Dr. Thomas Eversberg, der als Astrophysiker am DLR tätig ist und die Sternwarte in Waldbröl-Schnörringen aufbaut, teilnehmen.  

Als studierter Geophysiker und Geowissenschaftler wurde Alexander Gerst im Jahre 2010 vom Europäischen Astronautenzentrum („EAC“) offiziell zum Astronauten ernannt. Im Jahre 2014 durfte er an der sechsmonatigen Raumfahrtmission „Blue Dot“ zusammen mit dem Russen Maxim Surajew und Reid Wiseman als Bordingenieur teilnehmen. Er ist damit der dritte deutsche Astronaut auf der internationalen Raumstation ISS, und der 10. deutsche Raumfahrer überhaupt.

Am 6. Juni 2018 wird Alexander Gerst erneut im Rahmen der Raumfahrtmission „horzions“ für einen Zeitraum von 6 Monaten vom kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur auf die ISS fliegen. Die ersten drei Monate wird Alexander Gerst als Bordingenieur tätig sein, danach wird er der erste deutsche Kommandant der ISS sein.

In seiner Verabschiedungsrede berichtete Alexander Gerst äußert beeindruckend von der Raumstation ISS, an deren Bau unzählige Länder und ca. 100.000 Menschen beteiligt waren. Die ISS ist die komplizierteste Maschine, die jemals durch die Menschen gebaut wurde und deren Bau sich nach Einschätzung von Alexander Gerst in heutigen Zeiten nur noch sehr schwer würde realisieren lassen.

Alexander Gerst wird im Rahmen der Mission „horzions“ insgesamt bis zu 300 Experimente mit auf die ISS nehmen, davon stammen ca. 50 Experimente aus Deutschland, unter anderem vom DLR in Bonn. Im europäischen Weltraumlabor „Columbus“ werden die Experimente aus den Bereichen wie etwa Biologie, Medizin, Astrophysik sowie industriellen Forschungszwecken ausprobiert.

Im Rahmen einer allgemeinen Fragerunde erzählte Alexander Gerst von den Aufgaben, die als Kommandant der ISS auf ihn zukommen werden, wie das Weltraumessen schmeckt, die ISS auf Warnungen durch Weltraumschrott reagiert, man sich in der Schwerelosigkeit und beim Start und der Landung der Raumkapsel Sojus fühlt.

Wen die ausführlichen Antworten auf diese Fragen und im Allgemeinen Raumfahrtmissionen auf die ISS interessieren, dem möchte ich den Dokumentationsfilm „Mission im All“ mit Alexander Gerst sehr empfehlen.

Im Anschluss an die Verabschiedungsfeier hatte ich Dank Dr. Thomas Elversberg noch kurz die Gelegenheit, mich persönlich mit Alexander Gerst zu unterhalten. Dabei habe ich die Gunst der Stunde genutzt um ihn persönlich in unsere Sternwarte nach Waldbröl-Schörringen einzuladen. Wenngleich er mir sagte, dass er im nächsten halben Jahr zunächst einmal weg sei, bin ich dennoch guter Hoffnung, dass wir den Astronauten Alexander Gerst eines Tages in der Sternwarte Waldbröl-Schörringen werden begrüßen können.

Lina Böcker (Jgst. 8)