Hörspiel-Projekt der Klasse 7a (2011/2012)

Das Hörspiel "Das Schiff Esperanza" (1953) von Fred von Hoerschelmann (1902-1976) gehört zu den modernen Klassikern des Deutschunterrichts. Hoerschelmann verbindet darin einen Vater-Sohn-Konflikt mit dem Schicksal von Menschen, die in der Nachkriegszeit auf illegalem Wege in die USA auswandern wollen und dabei in die Hände skrupelloser Menschenhändler fallen.

Aus der Behandlung dieses Stücks im Unterricht erwuchs die spontane Idee, einzelne Blenden selbst einzuspielen. Ohne große Vorbereitung und ohne technischen Aufwand wurde dieses Projekt mit Hilfe eines Laptops im Klassenraum umgesetzt.

Um das Verständnis zu erleichtern, werden die einzelnen Blenden im Folgenden in den Kontext des Stückes eingebettet:

Mit Wissen von Kapitän Grove schmugggelt das Frachtschiff "Esperanza" immer wieder zahlende schwarze Passagiere aus Deutschland in die USA. Doch statt die illegalen Immigranten wie vereinbart in einen sicheren Hafen zu bringen, setzt die Mannschaft unter Leitung des ersten Steuermanns Bengtsen sie an Stellen ab, wo sie kurz darauf von den Wellen verschlungen werden. Kapitän Grove profitiert finanziell von diesem Menschenschmuggel, doch sein schlechtes Gewissen und seine wenig ruhmreiche Vergangenheit quälen ihn, so dass er seit Längerem dem Alkohol verfallen ist.

Als eines Tages Axel als Leichtmatrose auf der "Esperanza" anheuert, ahnt  Kapitän Grove noch nicht, dass Axel sein Sohn ist: Grove hatte seine Familie rund 13 Jahre zuvor, im Jahr 1937, verlassen und sie seitdem nicht wiedergesehen. Bengtsens Nachricht, dass man einen neuen Matrosen in Dienst genommen habe, erreicht Grove, als dieser - wie vor jeder Abfahrt - zu tief ins Glas geschaut hat:

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Blende 4 des Hörspiels

Gleich bei der ersten Begegnung erkennt Grove seinen Sohn. Die beiden sprechen sich aus und es kommt zu einer gewissen Annäherung, wenngleich der Vater keinen Hehl daraus macht, dass Axel seinen Ansprüchen in punkto Tatkraft und Mut nicht genügt. Aus Angst davor, dass Axel seinen Machenschaften auf die Spur kommen könnte, rät Grove diesem, sich von der Mannschaft, v.a. von Maat Krucha und Podbiak, fernzuhalten.

Bengtsen plant bereits mit Podbiak das Aussetzen der sieben im Laderaum befindlichen Emigranten. Maat Krucha ahnt etwas von diesen Geschäften und möchte daran teilhaben. Als Podbiak eines Abends im Schlaf vor sich hinbrabbelt, sieht Krucha seine Chance gekommen:

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Blende 8 des Hörspiels

Unterdessen vertreiben sich die im Laderaum eingeschlossenen Emigranten mit Pokern die Zeit. Während die junge und lebensfrohe Edna zuversichtlich in die Zukunft blickt, hält der bereits etwas ältere Megerlin selbstquälerisch Rückschau auf sein bisheriges Leben und beschließt, etwas zu ändern:

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Blende 9 des Hörspiels

Krucha gelingt es im Gespräch mit Bengtsen, diesen von seinen Qualitäten zu überzeugen, so dass er mit sofortiger Wirkung Podbiaks Aufgaben übernimmt. Unterdessen wird Kapitän Grove von immer größeren Gewissensbissen geplagt. Der Gedanke, dass sein Sohn ihm auf die Schliche kommen könnte, quält ihn. Im Gespräch mit Bengtsen erklärt Grove daher, dass er bei diesem Transport anders als sonst zu verfahren gedenke: Die Auswanderer sollten dieses Mal nicht auf einer Sandbank ausgesetzt, sondern ordnungsgemäß an der Küste abgesetzt werden. Danach solle  für immer Schluss sein mit dem Menschenschmuggel.

Bengtsen will den allzu neugierigen Axel loswerden und breitet vor diesem die wenig ruhmvolle Vergangenheit des Kapitäns aus. Bei einem nächtlichen Gang durch das Schiff entdeckt Axel dann die illegalen Emigranten:

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Blende 13 des Hörspiels

Axel stellt seinen Vater zur Rede, doch dieser reagiert kaltschnäuzig und erklärt die blinden Passagiere für Abschaum. Axel konfrontiert seinen Vater mit dessen Vergangenheit, woraufhin es zum Zerwürfnis kommt. Axel beschließt im nächsten Hafen abzumustern, denn mit den menschenverachtenden Machenschaften seines Vaters will er nichts zu tun haben.

Da Axel den Flüchtlingen den Namen des Schiffes verraten hat und Grove befürchtet, von den Auswanderern angezeigt zu werden, beschließt er, sie nun doch auf einer Sandbank aussetzen zu lassen. Als die hierfür eingesetzte Barkasse zurück am Schiff ist, wähnt Grove seinen Sohn im Maschinenraum. Doch in Wirklichkeit hat Axel anstelle Megerlins das Schiff verlassen. Als Grove Megerlin entdeckt und von dem heimlichen Tausch erfährt, ist bereits geraume Zeit vergangen. Obwohl eine Rettungsaktion unter diesen Umständen aussichtslos erscheint, lässt Grove beidrehen.