05.12.2018 14:25

LK Französisch im Theater bei M. Ibrahim

Kategorie: Aktuelles

Als die Einladung zu der Theatervorstellung von Eric Emmanuel Schmidts berühmtem Klassiker „M. Ibrahim et les fleurs du Coran“ in französischer Sprache ins Haus flatterte, war für unseren Französisch-Leistungskurs der Q1 sofort klar: „Das dürfen wir uns nicht entgehen lassen!“  Schließlich waren wir gerade mitten in der Lektüre und Analyse dieses berühmten Werkes.

So fuhren wir am 27.11. nach Düren, wo „The American Drama Group Europe“ das Stück im Haus der Stadt aufführte. Diese Theater-Company begann 1978 mit englischsprachigen Stücken und verpflichtet seit 1985 auch französischsprachige Schauspieler, um Klassiker der Theaterliteratur in der Originalsprache europaweit aufzuführen.

Mit Musik, Tanz und vielen Originalpassagen aus der Textvorlage zog uns die vierköpfige Truppe schnell in ihren Bann. Die liebenswürdige Figur des M. Ibrahim mit ihrer tiefen, klaren Stimme wirkte sehr authentisch und auch die zweite Hauptfigur, der junge Moïse oder Momo, überzeugte.

Momo, der von seinem lieblosen Vater verlassen worden ist, findet in M. Ibrahim einen väterlichen Freund, der ihn aus der Dunkelheit führt und ihm durch seine positiven Lebensweisheiten („C’est sourire qui rend heureux“) den Weg in eine glückliche Zukunft aufzeigt. Die zwei unternehmen eine Bildungs- und Erziehungsreise durch Paris, Frankreich und Europa, um schließlich M. Ibrahims Heimat, einen Landstrich in der Türkei (den goldenen Halbmond), zu erkunden. Dabei ist das Stück ein Plädoyer für Toleranz und ein friedliches Miteinander der Kulturen und Religionen („Le paradis est ouvert à tous“das Paradis steht allen offen), denn der jüdische Momo und der muslimische M. Ibrahim besuchen auf ihrer Reise nicht nur Gotteshäuser der drei monotheistischen Weltreligionen, sondern M. Ibrahim verkörpert auch in beeindruckender Weise eine Religion der inneren Spiritualität des Individuums.

Besonders gut gefielen uns neben den Protagonisten die zwei Nebendarsteller, die überzeugend in die unterschiedlichsten Rollen schlüpften und denen es gelang, durch Gestik, Mimik und Tanz symbolisch verschiedene Szenen des Buches umzusetzen.

Auch den Humor des Buches spiegelte das Stück wider, etwa als M. Ibrahim einen alten Brief als angeblichen Führerschein vorzeigt, um ein Auto kaufen zu können, und sich dann so ungeschickt in der Fahrschule anstellt, dass er die Fahrlehrerin fast in den Wahnsinn treibt. Der dreizehnjährige Momo passt unterdessen auf der Rückbank gut auf, da er es ist, der den Wagen durch Europa lenken wird.

Toll war, dass wir nicht nur eine ganz besondere Adaption des Stückes sehen konnten, sondern dass der Theaterbesuch zudem für alle Teilnehmenden ein echtes Erfolgserlebnis im Rahmen des Französischunterrichts war.

S. Wißmann
für den LK Französisch

Für weitere Informationen zur American Drama Group Europe:

http://www.adg-europe.com/